Hallo Welt!

Ja ich lasse die Überschrift mal wie sie ist, passt schon.

Hab mal wieder das Bedürfnis, der Welt ein paar Wahrheiten ins Gesicht zu schreien, und ja ich weiss, sie hört nicht zu. Aber das ist mir egal.

Ebensowenig glaube ich daran, dass diese Zeilen jemals jemand findet, geschweige denn liest, doch bin ich wieder mal an dem Punkt, mich auskotzen zu müssen. Und wer weiss schon, wie lange ich noch die Möglichkeit dazu habe. Ja, man könnte sagen, es ist mal wieder so weit.

Es ist schon erstaunlich, denn eigentlich geht es mir so gut wie selten in meinem Leben. Es gab zwar schon bessere Zeiten, aber es gab auch wesentlich mehr schlechtere. Jammern auf sehr hohem Niveau würde ich selbst dazu sagen.

Ich weiss auch nicht mehr genau, der wievielte Versuch einer Selbstdarstellung im Internet dies ist, alle habe ich verworfen, mich verwurstelt, oder die schlechten Zeiten, in denen ich diese Projekte gestartet hatte, gingen vorbei. Wie auch sicher diese vorbeigehen wird. Aber letztendlich geht es auch gar nicht darum, mich anderen mitzuteilen, meist ging es nur darum zu jammern und zu mir selbst zurückzufinden. Und meist ist es auch müssig, meine Gedanken mit jemand anderem zu teilen, kaum jemand weiss, wie ich wirklich ticke, und die die es annähernd wissen wollen schlauerweise nichts mehr mit mir zu tun haben. Zuviel Enttäuschung, zuviel Lügen, zuviel Betrug.

Ich bin nun wahrlich kein einfacher Mensch, praktizierender Borderliner, Chaot, Dominus. Ich bin klug, gebildet, belesen, ich habe einen anspruchsvollen Job dem ich gerecht werde. Und ich bin krank, physisch wie psychisch, aber auch das ist mittlerweile nichts mehr, was mich von einem normalen Leben abhält oder dieses stark beeinträchtigt. Ja sicher, es hat Auswirkungen, aber nichts, was ich nicht steuern kann. Heute zumindest, das war natürlich auch mal anders.

Ich habe vieles anderen Menschen zu verdanken, und ohne diese wäre ich schon vor sehr langer Zeit vor die Hunde gegangen. Aber letztendlich habe ich jeden einzelnen von ihnen enttäuscht, und sie haben sich von mir zurückgezogen, ein paar wurden auch von mir weggestossen, auf die eine oder andere Weise.

Und jetzt sitze ich hier, wieder einmal an dem Punkt, an dem ich über mich und mein Leben sinniere, beides versuche zu bewerten, obwohl bewerten vielleicht der falsche Begriff ist.
Ich bin zutiefst frustriert, enttäuscht, allein. Ich weiss, dass es noch jede Menge Dinge zu erledigen gäbe, aber ich habe ganz einfach keine Lust dazu. Das ist im Kleinen wie im Grossen der Fall, sei es, dass ich mal wieder dringend aufräumen müsste, sei es, dass mein Sohn sein Leben vertut, sei es, dass es Menschen gibt, die mich interessieren, sei es, dass ich mich im Job dringend weiterbilden müsste, sei es wie es ist – mir egal.

Denn wieder einmal bin ich an dem Punkt an dem ich mich frage – Wozu das alles?

Ja, ich weiss, das ist eine philosophische Frage auf die es keine Antwort gibt. Obwohl ich genug Menschen kenne, die eine Antwort darauf haben. Das Problem ist nur, diese Antwort(en) gelten immer nur für die betreffenden Personen selber, ganz vielleicht noch für einige wenige aus deren persönlichem Umfeld – aber leider nicht für mich.

Nicht weil ich etwas Besonderes bin, das ist jeder. Ich ticke nur ganz anders als jeder andere Mensch den ich kenne, ob nun persönlich oder aus den Medien. Meine Wertvorstellungen, meine politischen Ansichten, meine ethischen und moralischen Grundsätze, meine Prizipien, all diese sind sicher nicht einzigartig, und doch denke ich, dass die Kombination all dessen nur bei mir zu finden ist.

Ähnlich wird es sein, wenn man die Menschen aus meinem Umfeld zu mir befragen würde, das hat aber noch niemand gemacht denke ich 🙂 Ist vielleicht auch besser so. Oft polarisiere ich meine Mitmenschen, ich provoziere und überrasche, nehme konträre Positionen in Diskussionen und Streitigkeiten nur um der Vielfalt der Argumente wegen ein, ich kann Themen bis-zum-geht-nicht-mehr ausdiskustieren obwohl mich das Thema an sich nicht im geringsten interessiert. Was in den Momenten aber niemand weiss.

Ich kann bei Dingen, die mir wichtig sind, von nix auf gleich (und Null bis hundertachzig ist dagegen ne Lachnummer) völlig ausrasten, nur um einen Moment später wieder völlig normal zu sein. Mich kann eine Szene aus den Nachrichten tagelang herunterziehen, aber wenn sich zwei Prolls neben mir die Köpfe einschlagen dann interessiert es mich nicht.

Und da bin ich ja auch schon beim nächsten Thema, Hallo Welt! Du gehst vor die Hunde!

Dreht sich halt alles im Kreis. Wer ein wenig News beobachtet, der weiss, dass wir derzeit ein paar wichtige globale Diskussionspunkte haben, wie ja eigentlich immer. Derzeit sind es z.B. das Klima und die Fridays-for-Future-Bewegung, Flüchtlingsströme nach Europa und die Kriminalisierung von Lebensrettern, ein drolliger amerikanischer Präsident und eine neue, vetternwirtschaftliche EU-Regierung. Und und und.

Hatten wir das nicht schon alles vor vierzig Jahren als ich Jugendlicher war? Damals sind wir gegen Pershing II und Atomkraftwerke marschiert, haben uns in Brokdort an die Schienen geketten (hey, Joschka Fischer haben sie vor mir weggetragen), heute ist es dieselbe Leier, nur ein anderer Liedtext.

Und wieder zurück zu mir. Ich drehe mich eben auch im Kreis, stehe wieder an dem Punkt an dem ich mich frage: Wofür das alles? Was hat sich denn schon verändert?